Wie werde ich Illustrator?

 Ich habe die Frage zwar schon mal angekratzt im alten Blog. Aber 1. ist das eine ganze Weile her, neue Leser kamen dazu *KnutschAnEuchAlle* 2. ist der alte Blog nicht mehr vorhanden, so dass nicht mehr nachgelesen werden 3. habe ich vor eine FAQ-Seite zu basteln, in der ihr solche Fragen & Antworten immer wieder findet. Denn immer wieder bekomme ich mails mit der Frage „Wie bist du Illustratorin geworden? Ich möchte das auch werden. Was muss ich machen?" Daher dachte ich mir, heute gibt's mal viel Text, statt bunter Bilder.

Ich habe an der Berliner Technischen Kunstschule Kommunikationsdesign studiert. So hatte ich den Vorteil in viele Gebiete rein schnuppern zu können. Am Anfang war mir noch gar nicht klar, dass ich am Ende Illustratorin sein würde. Ich bin mit dem Ziel Grafik-Design an sich dort hin gegangen. Viele der Kollegen haben ähnliches studiert. Aber bestimmt ebenso viele haben etwas völlig anderes gemacht. Oder sind komplette Quereinsteiger. Auch da gibt es viele :) Es gibt definitiv nicht DEN Wg zum Illustratoren-Dasein. Das hier ist mein (!) Weg.

Das Studium ging 3 Jahre lang, ich lernte Computer-Programme wie Illustrator, Dreamweaver, Flash, Photoshop, Indesign und viele mehr. Ich hatte vorher null Plan davon. Der Laptop Zuhause wurde nur für emails und ein bisschen Internet verwendet. Danach konnte ich ein wenig html (Dank Dreamweaver), was mir noch heute zugute kommt, wenn ich an meinem Blog oder meinem Shop herumbastle. Illustrator und Photoshop sind noch heute meine zwei Lieblingsprogramme zum erstellen von Illustrationen. Mit Illustrator alles mit Vektoren, mit Photoshop alle Pixel-Bilder.

Jedenfalls studierte ich so vor mir her, belegte Fotografie-Kurse, Malerei, Editorial, Werbung, Recht und dann kam Cartoon. Von da an war es um mich geschehen, denn in dem Fach ging es wirklich nur ums zeichnen. Herrlich. Also startete ich meine erste Cartoon-Serie, die dann auch veröffentlicht wurde. Nebenher liefen wie gesagt, Kurse wie Editorial. Und ich merkte schnell, dass ich nicht der brilliante Layouter bin. Meine Freundin neben mir machte hier noch ein Satzzeichen, dort eine andere Schriftart und schwupps sah ihr Artikel grandios aus. Meiner immer eher wie gewollt und nicht gekonnt *hehe*. Also dachte ich mir, lass es und versuch ein Bein in die Illustration zu bekommen.

Ich malte also Zuhause einige Bilder, andere hatte ich im Studium in den Zeichenkursen gemacht, wanderte zum Copyshop und kopierte mir einen Stapel Bilder. Machte nette Mappen daraus und schickte sie an so einige Verlage. (Heute würde ich das übrigens vermutlich per PDF machen - wie die Zeit verfliegt). Adressen von Verlagen findet man ganz einfach im Internet . Z.B. HIER oder HIER. Schaut euch das Programm der Verlage im Internet an, damit ihr wisst, ob euer Stil überhaupt zum entsprechenden Verlag passt. Sonst ist es von vorn herein Zeitverschwendung etwas dort hin zu schicken.

Eines Tages meldete sich dann tatsächlich ein Kinderbuchverlag bei mir. Im letzten Studien-Jahr und ich konnte mein erstes Buch illustrieren. Es gehört definitiv auch immer eine Portion Glück dazu. Der richtige Lektor, der eure Mappe/ PDF in die Hände bekommt, es muss gerade ein neues Projekt anstehen für den noch kein Illustrator gefunden wurde, und und und…

Jedenfalls, das HIER war mein erstes Buch:

Schau genau!
Schau genau!

Und so ging es weiter. Hat man erstmal ein Buch veröffentlicht ist es schon viel einfacher an weitere Aufträge heranzukommen. Denn jetzt hat man was zum vorzeigen. Und andere Verlage wissen „Aha! Mit ihr kann man scheinbar so arbeiten, dass am Ende auch etwas ordentliches bei heraus kommt."

Das Buch habe ich damals übrigens noch komplett mit Acryl gemalt. Heute arbeite ich nur och digital. Was zumindest der Laie nicht immer gleich merkt. Ich bin ein Held im Wassergläser umwerfen, müsst ihr wissen. Daher kommt mir das digitale arbeiten sehr zugute ;D

Vielleicht schreibe ich dazu auch mal was. Digitales zeichnen. Wenn es euch interessiert. Pinselspitzen gibt es ja auch virtuell.

Am Ende des Studiums bin ich dann dem Berufsverband für Illustratoren (Illustratoren Organsiation e.V.) beigetreten. Und ich hätte nichts besseres machen können. Dort erfahrt ihr alles über den Beruf. Angefangen von „Bin ich Freiberufler (ja) oder Gewerbe (nein!)?" bis hin zu „Wie stelle ich mich auf der Frankfurter Buchmesse am besten an, um an Jobs zu kommen?"

Wichtig ist heutzutage ganz besonders eine Website oder ein Blog. Ihr müsst im Netz gefunden werden!! Viele Aufträge bekomme ich einfach dadurch, dass meine Website von Verlagen und Agenturen gefunden wird und mein Stil dann gefällt. Blogs könnt ihr z.B. mit wordpress erstellen. Da braucht ihr keinerlei html-Kenntnisse für, könnt einfach herum probieren was wie am besten ausschaut. Guckt euch Blogs anderer Illustratoren an und lasst euch inspirieren (nicht kopieren ;)) Eine Seite bei Facebook ist mittlerweile quasi Pflichtprogramm und kann definitiv nicht schaden. Und Instagram! Instagram ist DIE perfekte Plattform für uns visuell arbeitenden Menschen :) Bei Instagram geht es um schöne Bilder (und Fotos). Die Community dort ist wirklich toll und es herrscht weitaus mehr Interaktion dort drüben als auf Facebook.

Edit, 24. Nov. 2016: 
Mittlerweile habe ich meine Studio ausgebaut und biete auf meiner Website byjohannafritz.de einen Onlinekurs an, der sich an alle richtet, die gerne Illustratorin werden möchten. Er heißt Erfolgreich Illustrator werden. Er geht über 8 Wochen und wird einmal im Jahr gelauncht. Wer Bescheid bekommen möchte, kann sich dort drüben auch gern auf eine Warteliste setzen lassen.